Persönliche Veränderungen durch den Coronavirus

Mein Leben hat sich in den letzten zwei Wochen sehr verändert. Ich bin die ganze Zeit alleine zu Hause mit Mama, Papa und meinem kleinen Bruder Emil. Wir mussten sogar seinen Geburtstag alleine verbringen und unserer Familie und seinen Freunden absagen. Das tat mir sehr leid für ihn.
Ich habe mir die Hausaufgaben, die uns nach Hause geschickt wurden, gleichmäßig auf die Woche aufgeteilt, so dass ich jeden Tag was für die Schule mache, in die ich ja leider nicht gehen darf – meist im Nachtzeug, da ich so lange wie möglich schlafe (das ist auf jeden Fall ein großer Vorteil!), habe aber irgendwie immer das Gefühl, dass ich gar nicht so viel mache, wie sonst.
Wir gehen nur noch sehr, sehr selten raus, auch, weil alle Spielplätze im Umkreis abgesperrt wurden. Außerdem finde ich es draußen sehr gruselig, weil niemand zu sehen ist und fast alle Geschäfte
geschlossen haben (leider auch mein Lieblingsgeschäft Tiger, wo ich mir sonst immer gerne was von meinem Taschengeld kaufe). Bei unserem Supermarkt sind oft die Regale leer und man muss draußen anstehen, weil nicht so viele Menschen auf einmal rein dürfen.
Ich vermisse meine Freunde, weil wir uns ja nun nicht mehr jeden Tag in der Schule sehen können, machen wir jeden Tag einen FaceTime–Anruf. Aber irgendwie ist das nicht das gleiche.
Ich darf auch nicht mehr zu meiner Nähschule, zum Ballett & Jazzdance und zum Chor. Auch fallen Ausflüge mit meiner Familie aus, meine Osterübernachtung in der Katharinenkirche findet nicht mehr statt und leider können wir auch nicht zu Ostern mit unserer Familie zusammen feiern, was wir sonst immer machen.
Ich dachte, dass ich jetzt, wo ich so viel zu Hause bin viel Fernsehen schaue (gerade auch weil Papa uns Disney+ geholt hat), aber das macht mir gerade nicht so viel Spaß, weil immer und überall von dem Coronavirus gesprochen wird. Also lese ich lieber, spiele (meist mit Emil –obwohl wir jetzt auch viel mehr aneinandergeraten) oder versuche Mama und Papa zu helfen, die beide auch noch jeden Tag zu Hause arbeiten müssen. Und ich mache sehr gerne Sportstunde mit Emil.
Das alles macht mich ganz oft sehr traurig, obwohl ich gar nicht genau weiß, warum. Aber ich freue mich schon sehr, wenn wir wieder alles machen dürfen, wie vorher und ich meine Freunde und Lehrer wiedersehe. Nur auf das frühe Aufstehen freue ich mich nicht!

Von Emma Ida, 10 Jahre

Das Beitragsbild stammt von Tristan, 10 Jahre